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Sehnen­scheiden­entzündung

Auf einen Blick

Entzündung der Gleitschicht um Sehnen an Hand oder Handgelenk

Sehnen­scheiden­entzündung am Handgelenk

Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist die Gleitschicht (Sehnenscheide) entzündet, die eine Sehne an Hand oder Handgelenk umgibt. Typisch sind Schmerzen bei Bewegung, Schwellung und ein reibendes Gefühl entlang der betroffenen Sehne. Ich untersuche die Hand gründlich per Ultraschall und stimme die Therapie individuell auf Ihren Befund ab.

Bei leichteren Verläufen reicht eine konservative Behandlung in Kombination mit Schonung oft aus. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden kommt eine operative Entlastung in Betracht.

Anzeichen

Woran erkennt man eine Sehnen­scheiden­entzündung?

Schmerzen entlang der Sehne bei Bewegung der Finger oder des Handgelenks

Schwellung und Druckempfindlichkeit über der betroffenen Sehnenscheide

Reibendes oder knarrendes Gefühl (Krepitation) bei Bewegung

Rötung und Überwärmung im Bereich der entzündeten Stelle

Schmerzen, die bei Belastung zunehmen und in Ruhe nachlassen

Eingeschränkte Beweglichkeit der betroffenen Finger oder des Handgelenks

Hintergrund

Ursachen & Diagnose

Wie entsteht eine Sehnen­scheiden­entzündung?

Die Sehnenscheide ist eine mit Gleitflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) gefüllte Hülle, die die Sehne bei Bewegung schützt. Bei wiederholter oder ungewohnter Belastung schwillt diese Hülle an und entzündet sich, sodass die Sehne nicht mehr reibungslos gleitet. Häufige Auslöser sind gleichförmige Handbewegungen am Arbeitsplatz, intensive sportliche Belastung, hormonelle Veränderungen oder entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis.

Wie wird eine Sehnen­scheiden­entzündung festgestellt?

Ich frage Sie gezielt nach Ihren Beschwerden und taste die betroffene Region ab. Typisch ist ein Druckschmerz direkt über der Sehnenscheide, häufig mit einer tastbaren Schwellung. Per Ultraschall stelle ich die Sehnenscheide direkt dar und erkenne eine Verdickung, Flüssigkeitsansammlung oder Reizung. Bei einer Tendovaginitis de Quervain (Sehnenscheidenentzündung am daumenseitigen Handgelenk) setze ich zusätzlich den Finkelstein-Test ein (Faustschluss mit eingeklapptem Daumen und Abknicken des Handgelenks).

"Viele Patientinnen und Patienten versuchen, eine Sehnen­scheiden­entzündung einfach auszuhalten. Wenn die Beschwerden nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden, lohnt sich eine Abklärung, weil sich die Entzündung sonst verfestigen kann."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc

OA Dr. Philipp Reb, MSc
OA Dr. Philipp Reb im Patientengespräch

Wann zum Arzt

Wann sollten Sie einen Handchirurgen aufsuchen?

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Schmerzen und Schwellung an Hand oder Handgelenk bei Bewegung regelmäßig auftreten und nach einigen Tagen Schonung nicht abklingen. Kommt ein reibendes Gefühl entlang der Sehne hinzu oder ist die Beweglichkeit spürbar eingeschränkt, sollten Sie das abklären lassen. Bei wiederholten Sehnenscheidenentzündungen ist eine gründliche Diagnostik sinnvoll, um eine chronische Reizung oder eine zugrunde liegende Erkrankung auszuschließen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Sehnen­scheiden­entzündung

Bei früher Behandlung und Schonung klingen die Beschwerden in vielen Fällen innerhalb weniger Wochen ab. Chronische Verläufe, bei denen die Entzündung über Monate bestehen bleibt, brauchen eine weiterführende Abklärung. Ich beurteile den Verlauf individuell.
Das hängt von der Tätigkeit ab. Leichte Arbeiten ohne wiederholte Handbelastung sind in der Regel möglich. Bei gleichförmigen Handbewegungen sollten Sie die Belastung vorübergehend reduzieren und den Arbeitsplatz ergonomisch anpassen.
Eine Ruhigstellungsschiene entlastet die betroffene Sehne und unterstützt so die Heilung. Sie ersetzt aber keine ärztliche Abklärung, besonders wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten.
Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist die Gleitschicht um die Sehne entzündet. Beim schnellenden Finger verdickt sich das Ringband, das die Sehne führt, sodass der Finger beim Strecken hängen bleibt. Beide betreffen die Sehnenstrukturen, haben aber unterschiedliche Mechanismen.
Ja, besonders wenn die auslösende Belastung nicht verändert wird. Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz und gezieltes Aufbautraining senken das Rückfallrisiko. Bei häufigen Rückfällen kläre ich, ob eine weiterführende Behandlung sinnvoll ist.
Ich bin Wahlarzt. Sie bezahlen das Honorar direkt und reichen die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse ein; bei privater Zusatzversicherung ist häufig eine vollständige Rückerstattung möglich.