Medizinisch geprüftDie medizinischen Inhalte dieser Seite wurden von OA Dr. Philipp Reb, MSc geprüft.
Karpaltunnelsyndrom
Auf einen Blick
Eingeengter Nerv im Handgelenk
Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv (Nervus medianus) im Karpaltunnel des Handgelenks eingeengt. Das führt zu Kribbeln, Taubheit und Schmerzen in Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Ich untersuche das Handgelenk gründlich per Ultraschall und stimme die Therapie individuell auf Ihren Befund ab.
Bei milder Symptomatik kann eine konservative Therapie ausreichen. Bei deutlich eingeschränkter Nervenleitgeschwindigkeit oder Muskelschwund am Daumenballen kommt eine operative Entlastung in Betracht.
Anzeichen
Woran erkennt man ein Karpaltunnelsyndrom?
Kribbeln und Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger
Nächtliches Aufwachen durch Schmerzen oder „Einschlafen" der Hand
Ungeschicklichkeit beim Greifen kleiner Gegenstände (Knöpfe, Münzen)
Schwächegefühl im Daumen, besonders beim Zupacken
Schmerzen, die vom Handgelenk bis in den Unterarm ausstrahlen können
In fortgeschrittenen Fällen: sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen (Thenarmuskulatur)
Hintergrund
Ursachen & Diagnose
Wie entsteht ein Karpaltunnelsyndrom?
Der Karpaltunnel ist eine enge Durchtrittsstelle am Handgelenk, durch die der Nervus medianus und neun Beugesehnen verlaufen. Schwillt das Gewebe im Tunnel an, gerät der Nerv unter Druck. Häufige Ursachen sind wiederholte gleichförmige Handbewegungen, hormonelle Veränderungen (etwa in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren), entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder frühere Handgelenkbrüche.
Wie wird das Karpaltunnelsyndrom festgestellt?
Ich frage Sie gezielt nach Ihren Beschwerden und untersuche Ihre Hand mit klinischen Tests wie dem Phalen-Test (maximale Beugung des Handgelenks) und dem Hoffmann-Tinel-Zeichen (Beklopfen des Karpaltunnels). Per Ultraschall stelle ich den Nervus medianus direkt dar und erkenne eine Verdickung oder Einengung. Zur Bestätigung veranlasse ich häufig eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG); sie zeigt, ob und wie stark die Nervenfunktion eingeschränkt ist.
Therapie
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Konservativ
"Viele Patientinnen und Patienten kommen zu mir, weil sie nachts wegen tauber Finger aufwachen. Je früher wir die Ursache abklären, desto besser stehen die Chancen, den Nerv vollständig zu entlasten."
– OA Dr. Philipp Reb, MSc
Wann zum Arzt
Wann sollten Sie einen Handchirurgen aufsuchen?
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Kribbeln oder Taubheitsgefühl in der Hand regelmäßig auftreten, besonders nachts. Bestehen die Beschwerden über mehrere Wochen oder verschlechtern sie sich, sollten Sie das abklären lassen. Bei Muskelschwund am Daumenballen oder dauerhafter Taubheit in den Fingern sollte die Untersuchung zeitnah erfolgen, weil sich eine fortgeschrittene Nervenschädigung nur eingeschränkt zurückbildet.
FAQ