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Karpal­tunnel­syndrom

Auf einen Blick

Eingeengter Nerv im Handgelenk

Karpal­tunnel­syndrom – eingeengter Nerv im Handgelenk

Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv (Nervus medianus) im Karpaltunnel des Handgelenks eingeengt. Das führt zu Kribbeln, Taubheit und Schmerzen in Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Ich untersuche das Handgelenk gründlich per Ultraschall und stimme die Therapie individuell auf Ihren Befund ab.

Bei milder Symptomatik kann eine konservative Therapie ausreichen. Bei deutlich eingeschränkter Nervenleitgeschwindigkeit oder Muskelschwund am Daumenballen kommt eine operative Entlastung in Betracht.

Anzeichen

Woran erkennt man ein Karpal­tunnel­syndrom?

Kribbeln und Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger

Nächtliches Aufwachen durch Schmerzen oder „Einschlafen" der Hand

Ungeschicklichkeit beim Greifen kleiner Gegenstände (Knöpfe, Münzen)

Schwächegefühl im Daumen, besonders beim Zupacken

Schmerzen, die vom Handgelenk bis in den Unterarm ausstrahlen können

In fortgeschrittenen Fällen: sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen (Thenar­muskulatur)

Hintergrund

Ursachen & Diagnose

Wie entsteht ein Karpal­tunnel­syndrom?

Der Karpaltunnel ist eine enge Durchtrittsstelle am Handgelenk, durch die der Nervus medianus und neun Beugesehnen verlaufen. Schwillt das Gewebe im Tunnel an, gerät der Nerv unter Druck. Häufige Ursachen sind wiederholte gleichförmige Handbewegungen, hormonelle Veränderungen (etwa in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren), entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder frühere Handgelenkbrüche.

Wie wird das Karpal­tunnel­syndrom festgestellt?

Ich frage Sie gezielt nach Ihren Beschwerden und untersuche Ihre Hand mit klinischen Tests wie dem Phalen-Test (maximale Beugung des Handgelenks) und dem Hoffmann-Tinel-Zeichen (Beklopfen des Karpaltunnels). Per Ultraschall stelle ich den Nervus medianus direkt dar und erkenne eine Verdickung oder Einengung. Zur Bestätigung veranlasse ich häufig eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG); sie zeigt, ob und wie stark die Nervenfunktion eingeschränkt ist.

"Viele Patientinnen und Patienten kommen zu mir, weil sie nachts wegen tauber Finger aufwachen. Je früher wir die Ursache abklären, desto besser stehen die Chancen, den Nerv vollständig zu entlasten."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc

OA Dr. Philipp Reb, MSc
OA Dr. Philipp Reb im Patientengespräch

Wann zum Arzt

Wann sollten Sie einen Handchirurgen aufsuchen?

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Kribbeln oder Taubheitsgefühl in der Hand regelmäßig auftreten, besonders nachts. Bestehen die Beschwerden über mehrere Wochen oder verschlechtern sie sich, sollten Sie das abklären lassen. Bei Muskelschwund am Daumenballen oder dauerhafter Taubheit in den Fingern sollte die Untersuchung zeitnah erfolgen, weil sich eine fortgeschrittene Nervenschädigung nur eingeschränkt zurückbildet.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Karpal­tunnel­syndrom

Unmittelbar gefährlich ist es nicht. Bleibt der Druck auf den Nerv aber über längere Zeit unbehandelt, kann die Nervenfunktion dauerhaft eingeschränkt bleiben. Eine frühe Abklärung hilft, das zu vermeiden.
Eine Cortisoninfiltration kann innerhalb weniger Tage Beschwerden lindern. Wie lange die Wirkung anhält, ist individuell verschieden. Den Verlauf bespreche ich mit Ihnen in der Kontrolle.
Nein. Bei leichten Beschwerden kann eine konservative Behandlung mit Schiene oder Infiltration ausreichen. Bleiben die Beschwerden bestehen oder ist die Nervenleitgeschwindigkeit deutlich eingeschränkt, empfiehlt sich eine Karpaltunnelspaltung.
In manchen Fällen, etwa bei einem Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft, bilden sich die Beschwerden nach der Entbindung zurück. In den meisten anderen Fällen ist eine Behandlung nötig, um eine Verschlechterung zu vermeiden.
Eine Handgelenksschiene, die das Gelenk nachts in Neutralstellung hält, kann helfen. Vermeiden Sie längere Tätigkeiten mit stark gebeugtem oder überstrecktem Handgelenk. Das ersetzt keine ärztliche Abklärung, kann aber überbrückend Erleichterung bringen.
Ich bin Wahlarzt. Sie bezahlen das Honorar direkt und reichen die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse ein; bei privater Zusatzversicherung ist häufig eine vollständige Rückerstattung möglich.