Medizinisch geprüftDie medizinischen Inhalte dieser Seite wurden von OA Dr. Philipp Reb, MSc geprüft.
Ellenverkürzung
Auf einen Blick
Druckbelastung im Handgelenk korrigieren
- Korrektur-Osteotomie
- Regionalanästhesie
- Heilung ~8–12 Wochen
- Sehr hohe Erfolgsquote
Die Ellenverkürzung (Ulnaverkürzungsosteotomie) ist ein operatives Verfahren bei Beschwerden durch eine zu lange Elle. Ist die Elle (Ulna) im Verhältnis zur Speiche (Radius) zu lang, entsteht erhöhter Druck auf den ellenseitigen Handgelenkknorpel und den TFCC-Komplex, mit Schmerzen und Knorpelschäden als Folge (Ulna-Impaction-Syndrom). Ich kürze die Ulna gezielt um wenige Millimeter und korrigiere so das Längenverhältnis. Danach lässt sich das Handgelenk wieder gleichmäßig belasten. Sinnvoll ist der Eingriff bei Ulna-Impaction-Syndrom, nach verheilten Speichenbrüchen mit Längendifferenz oder bei angeborener Ulna-plus-Variante.
Schritt für Schritt
Ablauf der Operation
Betäubung
Der Eingriff erfolgt unter Regionalanästhesie (Plexusanästhesie). Dabei betäube ich nur den Arm, Sie bleiben wach und entspannt.
Schnitt
Über einen Schnitt am Unterarm lege ich die Ulna (Elle) frei. Anhand der Röntgenplanung vor der Operation weiß ich genau, wie viel Knochen entfernt werden muss.
Knochenkorrektur
Ich entnehme ein kurzes Knochenstück aus der Ulna, bis die richtige Länge erreicht ist. Die beiden Knochenenden fixiere ich anschließend mit einer Platte und Schrauben (Osteosynthese), bis der Knochen vollständig verheilt ist.
Vor dem Eingriff
Vorbereitung
Befunde
Bringen Sie aktuelle Röntgenbilder beider Handgelenke mit, bei Bedarf auch ein MRT. Der Vergleich beider Seiten ist für die genaue Planung der Verkürzung entscheidend.
Medikamente
Besprechen Sie blutverdünnende Medikamente vorab mit mir. Gemeinsam klären wir das richtige Absetzschema.
Nüchternheit
Am OP-Tag müssen Sie nüchtern sein: mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff weder essen noch trinken.
Begleitperson
Organisieren Sie eine Begleitperson für den Heimweg. Nach einer Regionalanästhesie sollten Sie nicht selbst Auto fahren.
Gut zu wissen
Weitere Informationen
Aufenthalt
Die Ellenverkürzung führe ich tagesklinisch (ambulant) durch. Sie können die Klinik am selben Tag wieder verlassen.
Erholung und Ausfallzeit
Rechnen Sie mit einer Ausfallzeit von 8 bis 12 Wochen, bis der Knochen verheilt ist. Den Heilungsverlauf kontrolliere ich regelmäßig per Röntgen und gebe den Arm schrittweise zur Belastung frei.
Mögliche Risiken
Wie bei jedem Knocheneingriff gibt es Risiken, etwa eine verzögerte Knochenheilung (Pseudarthrose), eine Infektion oder eine Materiallockerung. Ich bespreche diese im Aufklärungsgespräch mit Ihnen.
"Die Ellenverkürzung ist ein Eingriff mit hoher Patientenzufriedenheit, weil sie direkt an der Ursache ansetzt. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung anhand der Röntgenbilder."
– OA Dr. Philipp Reb, MSc
Therapieoptionen
Konservativ oder operativ?
Bei milden Beschwerden lassen sich zuerst Infiltrationen oder Physiotherapie versuchen. Eine Arthroskopie kann zur Diagnostik und zum Débridement beitragen. Die Ellenverkürzung ist die kausale Therapie, wenn die Längendifferenz die Ursache der Beschwerden ist. Ich bespreche die Optionen mit Ihnen in der Erstordination.
FAQ