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Sehnen- & Nerven­verletzungen an der Hand

Auf einen Blick

Wenn Sehnen oder Nerven an der Hand verletzt sind

Sehnen- & Nerven­verletzungen an der Hand

Bei Sehnen- und Nervenverletzungen an der Hand sind die Strukturen betroffen, die die Finger bewegen und Berührung spürbar machen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Schnittverletzungen, Quetschungen und Unfälle. Ich beurteile das Ausmaß per Ultraschall und klinischer Untersuchung und stimme die Therapie auf Ihren individuellen Befund ab.

Durchtrennte Beugesehnen und Nerven brauchen in den meisten Fällen eine operative Naht oder Rekonstruktion. Bestimmte Strecksehnenrisse am Fingerendgelenk lassen sich unter den richtigen Voraussetzungen auch konservativ mit einer Schiene behandeln.

Anzeichen

Woran erkennt man eine Sehnen- oder Nerven­verletzung an der Hand?

Ein Finger lässt sich nicht mehr aktiv beugen oder strecken (Sehnenriss oder -durchtrennung)

Kraftverlust beim Greifen und Halten

Taubheitsgefühl oder Kribbeln in einem oder mehreren Fingern (Nerven­verletzung)

Offene Wunde an Hand oder Fingern nach einer Schnitt­verletzung

Fehlende Sensibilität an der Fingerkuppe oder -seite

Sichtbare Fehlstellung eines Fingers in Beuge- oder Streckstellung

Hintergrund

Ursachen & Diagnose

Wie entstehen Sehnen- und Nerven­verletzungen an der Hand?

Die häufigste Ursache sind Schnittverletzungen durch Messer, Glas oder Werkzeuge. Sehnen und Nerven verlaufen dort dicht beieinander und sind oft gleichzeitig betroffen. Auch Quetschungen, Abrisse bei Sportunfällen und Arbeitsunfälle zählen zu den typischen Auslösern. Seltener reißen Sehnen durch chronische Abnutzung oder Vorerkrankungen (etwa rheumatoide Arthritis) ohne äußere Einwirkung.

Wie werden Sehnen- und Nerven­verletzungen festgestellt?

Ich prüfe zuerst die aktive Beweglichkeit jedes einzelnen Fingers und teste die Sensibilität an definierten Arealen der Hand. Per Ultraschall stelle ich Sehnenverletzungen direkt dar und beurteile das Ausmaß einer Durchtrennung. Bei komplexen Verletzungen oder Verdacht auf Begleitschäden an Gefäßen kann eine weiterführende Bildgebung (MRT) oder eine operative Exploration nötig sein.

"Bei einer Schnitt­verletzung an der Hand denken viele zuerst an die Haut. Ich schaue immer genau, ob Sehnen oder Nerven darunter betroffen sind, denn eine frühzeitige Versorgung kann den Unterschied für die Handfunktion ausmachen."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc

OA Dr. Philipp Reb, MSc
OA Dr. Philipp Reb im Patientengespräch

Wann zum Arzt

Wann sollten Sie einen Handchirurgen aufsuchen?

Suchen Sie einen Handchirurgen auf, wenn sich nach einer Schnittverletzung ein Finger nicht mehr beugen oder strecken lässt oder das Gefühl in Fingern oder Handpartien fehlt. Auch bei Kraftverlust beim Greifen nach einer Verletzung sollten Sie das abklären lassen. Je früher eine Sehnen- oder Nervenverletzung versorgt wird, desto besser sind in der Regel die funktionellen Ergebnisse. Bei offenen Wunden ist eine zeitnahe Vorstellung wichtig.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Sehnen- und Nerven­verletzungen

Durchtrennte Beugesehnen wachsen ohne operative Naht nicht zusammen, weil die Sehnenenden auseinanderweichen. Bestimmte Strecksehnenrisse am Fingerendgelenk können unter Schienenbehandlung verheilen. Ich beurteile, welches Vorgehen im Einzelfall sinnvoll ist.
Eine frühe Versorgung verbessert die Ergebnisse. Die optimale Zeitspanne hängt von der Art der Verletzung ab; in vielen Fällen operiere ich innerhalb der ersten Tage. Den Zeitplan bespreche ich mit Ihnen nach der Erstuntersuchung.
Nerven können sich nach einer operativen Naht oder Rekonstruktion regenerieren, allerdings wächst ein Nerv nur langsam (etwa ein Millimeter pro Tag). Die vollständige Erholung kann Monate dauern und gelingt nicht in jedem Fall komplett. Regelmäßige Kontrollen helfen, den Fortschritt zu beurteilen.
Die Ausfallzeit beträgt in der Regel sechs bis zehn Wochen, je nach beteiligter Struktur und Beruf. Die Handtherapie beginnt meist in den ersten Tagen nach der Operation mit kontrollierten Übungen.
Die Handtherapie ist nach Sehnen- und Nervennähten ein wichtiger Teil der Nachbehandlung. Kontrollierte Bewegungsübungen schützen die Sehne und beugen Verklebungen und Steifigkeit vor. Den Therapieplan stimme ich mit Ihnen und den Therapeuten ab.
Ich bin Wahlarzt. Sie bezahlen das Honorar direkt und reichen die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse ein; bei privater Zusatzversicherung ist häufig eine vollständige Rückerstattung möglich.