Medizinisch geprueft Medizinisch geprüftDie medizinischen Inhalte dieser Seite wurden von OA Dr. Philipp Reb, MSc geprüft.

CRPS

Auf einen Blick

Anhaltende Schmerzen nach Verletzung oder Operation

CRPS

Beim CRPS (komplexes regionales Schmerzsyndrom, früher Morbus Sudeck) reagiert die Hand nach einer Verletzung oder Operation mit unverhältnismäßig starken Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit. Dahinter steckt eine Fehlregulation des Nervensystems. Mir ist eine frühe Diagnose wichtig, weil sich der Verlauf damit günstig beeinflussen lässt.

Das CRPS behandle ich vor allem konservativ. Ziel ist, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Hand wieder funktionsfähig zu machen.

Anzeichen

Woran erkennt man ein CRPS?

Anhaltende brennende oder pochende Schmerzen in der Hand, die nicht nachlassen

Schwellung, die über Wochen bestehen bleibt oder zunimmt

Veränderungen der Hautfarbe (rötlich, bläulich oder blass) und Hauttemperatur (wärmer oder kälter als die Gegenseite)

Eingeschränkte Beweglichkeit der Finger und des Handgelenks

Vermehrtes oder vermindertes Schwitzen an der betroffenen Hand

Überempfindlichkeit bei leichter Berührung (Allodynie), schon sanfter Kontakt wird als schmerzhaft empfunden

Hintergrund

Ursachen & Diagnose

Wie entsteht ein CRPS?

Ein CRPS kann nach Verletzungen, Operationen oder auch nach einem Gipsverband an der Hand auftreten. Dabei geraten Schmerzverarbeitung und Durchblutungssteuerung aus dem Gleichgewicht, das Nervensystem reguliert sich fehlerhaft. Warum manche Menschen nach einer Verletzung ein CRPS entwickeln und andere nicht, ist bisher nicht vollständig geklärt.

Wie wird ein CRPS festgestellt?

Ich frage gezielt nach der Vorgeschichte (Verletzung, Operation, Gips) und untersuche die Hand auf die typischen Zeichen wie Schwellung, Hautveränderungen und Berührungsempfindlichkeit. Die Diagnose stelle ich klinisch, anhand der sogenannten Budapest-Kriterien (einer definierten Kombination aus Schmerz sowie sensorischen, vasomotorischen, sudomotorischen und motorischen Auffälligkeiten). Per Ultraschall und bei Bedarf MRT erkenne ich begleitende Veränderungen an Weichteilen und Knochen und schließe andere Ursachen aus.

"Ein CRPS lässt sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme lösen. Die frühzeitige Diagnose und ein abgestimmter Behandlungsplan machen den größten Unterschied, damit die Hand Schritt für Schritt wieder besser einsetzbar wird."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc

OA Dr. Philipp Reb, MSc
OA Dr. Philipp Reb im Patientengespräch

Wann zum Arzt

Wann sollten Sie einen Handchirurgen aufsuchen?

Suchen Sie einen Handchirurgen auf, wenn nach einer Verletzung oder Operation an der Hand die Schmerzen über Wochen nicht nachlassen oder sogar zunehmen. Auch wenn die Hand ungewöhnlich stark geschwollen bleibt, sich Hautfarbe oder -temperatur verändern oder die Beweglichkeit trotz Schonung nicht zurückkehrt, sollten Sie das abklären lassen. Je früher ein CRPS erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen. Zögern Sie auch dann nicht, einen Termin zu vereinbaren, wenn die ursprüngliche Verletzung bereits versorgt ist.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum CRPS

Nach einer Verletzung ist Schmerz normal und lässt in den Wochen danach schrittweise nach. Beim CRPS sind die Schmerzen unverhältnismäßig stark, halten über Wochen an und gehen mit Schwellung, Hautveränderungen und Berührungsempfindlichkeit einher. Das Nervensystem reagiert übersteigert.
Viele Betroffene erleben durch eine konsequente Behandlung eine deutliche Besserung. Der Verlauf ist individuell verschieden. Eine frühe Diagnose und ein abgestimmter Therapieplan verbessern die Aussichten. Eine genaue Prognose lässt sich nur im Einzelfall stellen.
Die Behandlungsdauer ist individuell und reicht von mehreren Wochen bis zu Monaten. Regelmäßige Verlaufskontrollen helfen, die Therapie anzupassen. Ich begleite den Heilungsverlauf und stimme die Maßnahmen fortlaufend mit dem Behandlungsteam ab.
Grundsätzlich kann ein CRPS nach jeder Verletzung oder Operation an der Hand auftreten, auch nach kleineren Eingriffen. Eine zuverlässige Methode, das Risiko im Voraus einzuschätzen, gibt es bisher nicht. Entscheidend ist, ungewöhnlich starke oder anhaltende Beschwerden früh abzuklären.
Schonende Bewegungsübungen und ein aktiver Umgang mit der Hand sind wichtiger als strikte Ruhigstellung. Vermeiden Sie eine übermäßige Belastung, bewegen Sie die Finger aber regelmäßig im schmerzfreien Bereich. Ergänzend kann eine psychologische Begleitung helfen, mit den Beschwerden besser umzugehen.
Ich bin Wahlarzt. Sie bezahlen das Honorar direkt und reichen die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse ein; bei privater Zusatzversicherung ist häufig eine vollständige Rückerstattung möglich.